Verlag Dreililien an Arnold Schönberg
zwischen 30. Oktober und 13. Dezember 1906
Herrn Arnold Schönberg
Lieber Herr Schönberg!
An Fried habe ich
geschrieben, und Ihre Orchesterlieder sind
an ihn abgegangen. Die Klavierlieder sind in Stich1 gegeben. Mit
Rosé und mit Ihnen sind auch wir der Meinung, dass es sehr vor-
teilhaft sein wird Ihr Quartett bis zur Aufführung2 im Februar fer-
tig zu stellen3. Ihre Kammersinfonie habe ich übrigens dem Fried
angezeigt. Sie täten gut, wenn Sie mir die Partitur4, sobald Sie sie
werden entbehren können, einschicken würden. Für ausserordentlich
notwendig halte ich es einen Klavierauszug5 zu zwei oder zu vier
Händen beizulegen. Was die andere Möglichkeit der Aufführung Ihrer
sinfonischen Dichtung anbelangt, so stehe ich ihr sehr skeptisch
gegenüber. Man pflegt zu sagen: „Besser etwas als garnichts“;
aber ich glaube, dass man in diesem Fall sagen muss: „Besser
garnichts als so etwas“. Ich würde Ihnen raten die Einwilligung
zu einer Aufführung an dieser Stelle nur zu geben, wenn die Lei-
tung einem ganz hervorragenden Kapellmeister anvertraut würde. Das
Orchester nämlich/ das Neue Sinfonieorchester/ ist sehr minderwer-
tig, und der angestammte Dirigent ein Asinus, wie Beethoven sagt6. Was
die sofortige Herstellung der Partitur Ihrer Kammersinfonie anbelangt,
so müsste ich mir eine Entscheidung darüber noch vorbehalten.
an ihn abgegangen. Die Klavierlieder sind in Stich1 gegeben. Mit
Rosé und mit Ihnen sind auch wir der Meinung, dass es sehr vor-
teilhaft sein wird Ihr Quartett bis zur Aufführung2 im Februar fer-
tig zu stellen3. Ihre Kammersinfonie habe ich übrigens dem Fried
angezeigt. Sie täten gut, wenn Sie mir die Partitur4, sobald Sie sie
werden entbehren können, einschicken würden. Für ausserordentlich
notwendig halte ich es einen Klavierauszug5 zu zwei oder zu vier
Händen beizulegen. Was die andere Möglichkeit der Aufführung Ihrer
sinfonischen Dichtung anbelangt, so stehe ich ihr sehr skeptisch
gegenüber. Man pflegt zu sagen: „Besser etwas als garnichts“;
aber ich glaube, dass man in diesem Fall sagen muss: „Besser
garnichts als so etwas“. Ich würde Ihnen raten die Einwilligung
zu einer Aufführung an dieser Stelle nur zu geben, wenn die Lei-
tung einem ganz hervorragenden Kapellmeister anvertraut würde. Das
Orchester nämlich/ das Neue Sinfonieorchester/ ist sehr minderwer-
tig, und der angestammte Dirigent ein Asinus, wie Beethoven sagt6. Was
die sofortige Herstellung der Partitur Ihrer Kammersinfonie anbelangt,
so müsste ich mir eine Entscheidung darüber noch vorbehalten.
Ueber die Regelung Ihres Darlehensverhältnisses werde ich demnächst
mit Herr Peters Rücksprache nehmen. Die Sache pressiert ja einst-
weilen noch nicht so sehr, und die Versicherung, dass sie so oder
so in einer Ihnen passenden Weise erledigt werden wird, habe ich
Ihnen ja bereits gegeben.
mit Herr Peters Rücksprache nehmen. Die Sache pressiert ja einst-
weilen noch nicht so sehr, und die Versicherung, dass sie so oder
so in einer Ihnen passenden Weise erledigt werden wird, habe ich
Ihnen ja bereits gegeben.
So – nun denke ich alle Ihre Fragen gewissenhaft beantwortet
zu haben.
zu haben.
Stich
Stich und Druck erfolgten bei C. G. Röder in Leipzig.
Aufführung
fertig zu stellen
Die Publikation der Partitur
wird im Februar 1907 angezeigt (Hofmeister 1907, S.
57).
Partitur
Partiturreinschrift, autograph;
Stichvorlage für den Erstdruck (ASGA B 11/2, Quelle B).
Klavierauszug
Klavierauszug zu vier Händen
(ASGA B 5, ohne Quellensigel).
Asinus, wie Beethoven sagt
„[…] da rieth mir ein
Medizinischer asinus das kalte Bad“ (Ludwig van Beethoven an Franz
Gerhard Wegeler, 29. Juni 1801; Beethoven-Haus Bonn, Sammlung Wegeler, W 17).
Nationalzeitung
Rezension aus dem
Schönberg-Nachlass mit Annotationen von Max
Marschalk: National-Zeitung Berlin, 26. Oktober 1906.
Kritiken
Rezensionen aus dem
Schönberg-Nachlass mit Annotationen von Max
Marschalk: B. C., 25. Oktober 1906; Berliner Lokal-Anzeiger, 30. Oktober 1906; Vossische Zeitung, 30. Oktober 1906.
Herrn Arnold Schönberg
Lieber Herr Schönberg!
An Fried habe ich
geschrieben, und Ihre Orchesterlieder sind an ihn
abgegangen. Die Klavierlieder sind in Stich1 gegeben. Mit
Rosé und mit Ihnen sind auch wir der
Meinung, dass es sehr vorteilhaft sein wird Ihr Quartett
bis zur Aufführung2 im Februar
fertig zu stellen3. Ihre Kammersinfonie habe ich übrigens dem
Fried
angezeigt. Sie täten gut, wenn Sie mir die Partitur4, sobald Sie sie werden entbehren können, einschicken würden. Für
ausserordentlich notwendig halte ich es einen Klavierauszug5 zu zwei oder zu vier Händen beizulegen. Was die andere Möglichkeit
der Aufführung Ihrer
sinfonischen Dichtung anbelangt, so stehe ich ihr
sehr skeptisch gegenüber. Man pflegt zu sagen: „Besser etwas als
garnichts“; aber ich glaube, dass man in diesem Fall sagen muss: „Besser
garnichts als so etwas“. Ich würde Ihnen raten die Einwilligung zu
einer Aufführung an dieser Stelle nur zu geben, wenn die Leitung einem ganz hervorragenden Kapellmeister anvertraut würde.
Das Orchester nämlich/ das Neue
Sinfonieorchester/ ist sehr minderwertig, und der angestammte Dirigent ein Asinus, wie Beethoven sagt6. Was die sofortige Herstellung der Partitur Ihrer Kammersinfonie anbelangt, so müsste ich mir
eine Entscheidung darüber noch vorbehalten.
Ueber die Regelung Ihres Darlehensverhältnisses werde ich demnächst mit Herr
Peters Rücksprache nehmen. Die Sache
pressiert ja einstweilen noch nicht so sehr, und die Versicherung, dass sie so
oder so in einer Ihnen passenden Weise erledigt werden wird, habe ich
Ihnen ja bereits gegeben.
So – nun denke ich alle Ihre Fragen gewissenhaft beantwortet zu haben.
Stich
Stich und Druck erfolgten bei C. G. Röder in Leipzig.
Aufführung
fertig zu stellen
Die Publikation der Partitur
wird im Februar 1907 angezeigt (Hofmeister 1907, S.
57).
Partitur
Partiturreinschrift, autograph;
Stichvorlage für den Erstdruck (ASGA B 11/2, Quelle B).
Klavierauszug
Klavierauszug zu vier Händen
(ASGA B 5, ohne Quellensigel).
Asinus, wie Beethoven sagt
„[…] da rieth mir ein
Medizinischer asinus das kalte Bad“ (Ludwig van Beethoven an Franz
Gerhard Wegeler, 29. Juni 1801; Beethoven-Haus Bonn, Sammlung Wegeler, W 17).
Nationalzeitung
Rezension aus dem
Schönberg-Nachlass mit Annotationen von Max
Marschalk: National-Zeitung Berlin, 26. Oktober 1906.
Kritiken
Rezensionen aus dem
Schönberg-Nachlass mit Annotationen von Max
Marschalk: B. C., 25. Oktober 1906; Berliner Lokal-Anzeiger, 30. Oktober 1906; Vossische Zeitung, 30. Oktober 1906.
zwischen 30. Oktober 1906 und 13. Dezember 1906
Datierung erschlossen: Am 30. Oktober besitzt
Max Marschalk die beigelegte Zeitung
noch nicht (vgl.Verlag Dreililien an Arnold Schönberg, 30. Oktober 1906), die erwähnte Herstellung der Quartettpartitur konkretisiert sich in Verlag Dreililien an Arnold Schönberg, 13. Dezember 1906 weiter; Beilage: National-Zeitung Berlin, 26. Oktober 1906
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief
Zitierhinweis:
Verlag Dreililien an Arnold Schönberg, zwischen 30. Oktober und 13. Dezember 1906, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.21437.