8.I.1933
Ich glaube, ich habe Ihnen versprochen,
Sie von der Vollendung meines nächsten Werkes zu verstän-
digen. Ich tue das hiermit. Es ist ein
Konzert für Violoncello und Orchester
nach dem „Concerto per Clavicembalo“ von Matthias Georg
Monn
; komponiert 1746
in freier Umgestaltung von
Arnold Schönberg
Hiezu ist noch zu sagen, dass ich die Absicht habe, das
Verlagsrecht nur herzugeben, wenn ich 2000 Dollar dafür
bekomme. Sonst werde ich es selbst herausgeben1.
Ich wollte Ihnen schon lange schreiben:
In unserer neuen Abmachung ist in dem Passus über „Von
heute auf morgen
“ das Enddatum nicht extra erwähnt. Ich bit
te Sie daher mir mitzuteilen, auf welche Weise wir das nach
tragen wollen. Ferner aber, haben Sie an meinem Angebot eine
Umstilisierung vorgenommen, die ich damals nicht beachtet
habe ( …..25 % aller bei der UE eingehenden Beträge!!!!)
Das ist, wie sich bereits jetzt herausstellt, eine Unmöglich-
keit; wenigstens unter gewissen Umständen, wie eben eingetre-
tene, wobei der bei Ihnen eingehende Betrag gerade die Her-
stellungskosten decken würde. Ich stehe nämlich im Begriff,
ein paar hundert Exemplare zu so niedrigem Preis abzugeben,
dass dadurch nur die Kosten einer etwa doppelt so grossen Auf
lage gedeckt wären, so dass ich also bloss 2–300 Exemplare dadurch
bekomme. Ich bin zwar der Meinung, dass ich diese Transaktion
unabhängig von Ihnen durchführen darf, möchte aber, dass Sie
von allem informiert sind. Jedenfalls muss aber dieser Ver[t] -
tragspunkt irgendwie geändert werden. Denn ich habe bei mei-
nem Angebot an Notenverkauf nicht gedacht, sondern nur an Büh
nenmateriale und Tantiemen; Bei Verkäufen aber müssten die
Selbstkosten irgendwie vorher gedeckt sein!!
Ich würde mit Vergnügen erfahren, dass die UE wie-
der in der Lage ist, grössere Aufwendungen zu machen und sa-
ge Ihnen deshalb, dass ich voraussichtlich gering 4–5 Tage
noch frei sein dürfte (dürfte!). Also sehen Sie einmal nach
im Geldbeutel Ihrer Bank, ob noch soviel drin ist: mich soll
es freuen.
Bitte um baldige Antwort.
Mit herzlichsten Grüssen
an die lieben Direktoren und sonstigen Freunde, Ihr
8.I.1933
Ich glaube, ich habe Ihnen versprochen, Sie von der Vollendung meines nächsten Werkes zu verständigen. Ich tue das hiermit. Es ist ein
Konzert für Violoncello und Orchester nach dem „Concerto per Clavicembalo“ von Matthias Georg Monn; komponiert 1746 in freier Umgestaltung von Arnold Schönberg
Hiezu ist noch zu sagen, dass ich die Absicht habe, das Verlagsrecht nur herzugeben, wenn ich 2000 Dollar dafür bekomme. Sonst werde ich selbst herausgeben1.
Ich wollte Ihnen schon lange schreiben: In unserer neuen Abmachung ist in dem Passus über „Von heute auf morgen“ das Enddatum nicht extra erwähnt. Ich bitte Sie daher mir mitzuteilen, auf welche Weise wir das nachtragen wollen. Ferner aber, haben Sie an meinem Angebot eine Umstilisierung vorgenommen, die ich damals nicht beachtet habe ( …..25 % aller bei der UE eingehenden Beträge!!!!) Das ist, wie sich bereits jetzt herausstellt, eine Unmöglichkeit; wenigstens unter gewissen Umständen, wie eben eingetretene, wobei der bei Ihnen eingehende Betrag gerade die Herstellungskosten decken würde. Ich stehe nämlich im Begriff, ein paar hundert Exemplare zu so niedrigem Preis abzugeben, dass dadurch nur die Kosten einer etwa doppelt so grossen Auflage gedeckt wären, so dass ich also bloss 2–300 Exemplare dadurch bekomme. Ich bin zwar der Meinung, dass ich diese Transaktion unabhängig von Ihnen durchführen darf, möchte aber, dass Sie von allem informiert sind. Jedenfalls muss aber dieser Ver tragspunkt irgendwie geändert werden. Denn ich habe bei meinem Angebot an Notenverkauf nicht gedacht, sondern nur an Bühnenmateriale und Tantiemen; Bei Verkäufen aber müssten die Selbstkosten irgendwie vorher gedeckt sein!!
Ich würde mit Vergnügen erfahren, dass die UE wieder in der Lage ist, grössere Aufwendungen zu machen und sage Ihnen deshalb, dass ich voraussichtlich gering 4–5 Tage noch frei sein dürfte (dürfte!). Also sehen Sie einmal nach im Geldbeutel Ihrer Bank, ob noch soviel drin ist: mich soll es freuen.
Bitte um baldige Antwort.
Mit herzlichsten Grüssen an die lieben Direktoren und sonstigen Freunde, Ihr
Arnold Schönberg

8. Jänner 1933


Arnold Schönberg Center
Wien
Archiv
Universal Edition Collection


Brief

Zitierhinweis:

Arnold Schönberg an Universal-Edition, 8. Jänner 1933, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.2312.

Download:
Dieses Dokument als TEI-XML herunterladen