Arnold Schönberg an Universal-Edition
23. Mai 1914
23/5. 1914
Lieber Herr Direktor, die 2te Korr.
der George-Lieder, die ich sehr genau gelesen
habe, sandte ich an Stein1 von
dem Sie sie telefonisch am 27. ver-
langen können.
der George-Lieder, die ich sehr genau gelesen
habe, sandte ich an Stein1 von
dem Sie sie telefonisch am 27. ver-
langen können.
Ich lege diesem Brief auch noch
2 Zettel bei. Den einen (wegen der „Schluss-
punkte“)2 bitte ich schleunigst an Geidel
zu senden. Lassen Sie aber vorher
eine Abschrift davon machen und
schicken Sie es auch Eberle zu.
Vielleicht erlernen die das doch
endlich und ersparen mir dadurch
viele Arbeit.
2 Zettel bei. Den einen (wegen der „Schluss-
punkte“)2 bitte ich schleunigst an Geidel
zu senden. Lassen Sie aber vorher
eine Abschrift davon machen und
schicken Sie es auch Eberle zu.
Vielleicht erlernen die das doch
endlich und ersparen mir dadurch
viele Arbeit.
Sie fragen am 20/5.
ob ich den
Gesamttitel auf Seite 3 „eingeschlagen“ (?)
haben will. Was heißt das? Ich verstehe
diese Frage nicht. Bitte wiederholen Sie
sie.
Gesamttitel auf Seite 3 „eingeschlagen“ (?)
haben will. Was heißt das? Ich verstehe
diese Frage nicht. Bitte wiederholen Sie
sie.
Nun vermisse ich noch Ihre
Antworten auf meine beiden
letzten Briefe3. Insbesondere wüsste
ich gerne, ob Sie sich schon mit
Amsterdam4 u Prag5 geeinigt haben.
Haben Sie sonst Aussichten für die Gurre-
lieder?
letzten Briefe3. Insbesondere wüsste
ich gerne, ob Sie sich schon mit
Amsterdam4 u Prag5 geeinigt haben.
Haben Sie sonst Aussichten für die Gurre-
lieder?
Ich dirigiere heuer wieder in Peters-
burg.
burg.
Herzl. Grüße Ihr
Arnold Schönberg
sandte ich an Stein
Vgl. Erwin Stein an Arnold Schönberg, 26. Mai 1914 (ASCC
17006).
(wegen der „Schlusspunkte“)
Bezug auf Karl Kraus, Der Punkt. In einer
Schrift vom 10. April 1923 äußert sich
Schönberg wiederholt über
falsche Satzzeichensetzung: „Greissle berichtet, Wöss habe ihm gesagt, alles was mit grossem
Anfangsbuchstaben beginne, müsse einen Schlusspunkt bekommen. Das ist
unrichtig. Der Schlusspunkt ist trotz seines Namens nicht ein
Schlusszeichen an und für sich, sondern er ist ein Satztrennungszeichen
und nur als solches dasjenige Trennungszeichen, welches bloss angewendet
wird, wenn ein abgeschlossener Satz vom folgenden sichtbar abgetrennt
werden soll. In anderen Fällen wird die Gliederung und der Grad des
Zusammenhangs durch andere Zeichen ausgedrückt. Ein allein stehendes
Wort braucht ein solches Trennungszeichen nur im Fall der Gefahr.“
(Arnold Schönberg, Über die überflüssigen Schlusspunkte; ASSV 5.3.7.2.;
Muxeneder 2024a,
S. 154ff.).
Briefe
Amsterdam
Der Vorstand des
Chorvereines Gesellschaft zur Beförderung der
Tonkunst knüpfte die Realisierung einer Gurre-Lieder-Aufführung in Amsterdam an die Bedingung, das
Orchester- und Chormaterial nicht leihweise, sondern käuflich zu
erwerben. Schönberg hielt im
Sommer Proben ab, die Aufführung
fand kriegsbedingt jedoch nicht statt (Willem Mengelberg an Arnold
Schönberg, 4. März 1914; ASCC 14249; Algemeen Handelsblad 1914).
Prag
Alexander Zemlinsky führte am
27. Jänner und am 12. Februar 1916
Gurre-Lieder: Lied der Waldtaube auf (Tancsik 2000, S.
434f.).
Vertrages
Vgl. Vertrag, 14. Jänner 1914.
23/5. 1914
Lieber Herr Direktor, die 2te Korr. der George-Lieder, die ich sehr
genau gelesen habe, sandte ich an Stein1 von dem Sie sie telefonisch am 27. verlangen können.
Ich lege diesem Brief auch noch 2 Zettel bei. Den einen (wegen der „Schlusspunkte“)2
bitte ich schleunigst an Geidel
zu senden. Lassen Sie aber vorher eine Abschrift davon machen und
schicken Sie es auch Eberle zu.
Vielleicht erlernen die das doch endlich und ersparen mir dadurch
viele Arbeit.
Sie fragen am 20/5.
ob ich den Gesamttitel auf Seite 3
„eingeschlagen“ (?) haben will. Was heißt das? Ich verstehe
diese Frage nicht. Bitte wiederholen Sie sie.
Nun vermisse ich noch Ihre Antworten auf meine beiden
letzten Briefe3. Insbesondere wüsste ich gerne, ob Sie sich schon mit
Amsterdam4 u Prag5 geeinigt haben. Haben Sie sonst Aussichten für die Gurrelieder?
Ich dirigiere heuer wieder in Petersburg.
Herzl. Grüße Ihr
Arnold Schönberg
Auch die Abschrift des neuen
Vertrages6 habe ich noch nicht.
sandte ich an Stein
Vgl. Erwin Stein an Arnold Schönberg, 26. Mai 1914 (ASCC
17006).
(wegen der „Schlusspunkte“)
Bezug auf Karl Kraus, Der Punkt. In einer
Schrift vom 10. April 1923 äußert sich
Schönberg wiederholt über
falsche Satzzeichensetzung: „Greissle berichtet, Wöss habe ihm gesagt, alles was mit grossem
Anfangsbuchstaben beginne, müsse einen Schlusspunkt bekommen. Das ist
unrichtig. Der Schlusspunkt ist trotz seines Namens nicht ein
Schlusszeichen an und für sich, sondern er ist ein Satztrennungszeichen
und nur als solches dasjenige Trennungszeichen, welches bloss angewendet
wird, wenn ein abgeschlossener Satz vom folgenden sichtbar abgetrennt
werden soll. In anderen Fällen wird die Gliederung und der Grad des
Zusammenhangs durch andere Zeichen ausgedrückt. Ein allein stehendes
Wort braucht ein solches Trennungszeichen nur im Fall der Gefahr.“
(Arnold Schönberg, Über die überflüssigen Schlusspunkte; ASSV 5.3.7.2.;
Muxeneder 2024a,
S. 154ff.).
Briefe
Amsterdam
Der Vorstand des
Chorvereines Gesellschaft zur Beförderung der
Tonkunst knüpfte die Realisierung einer Gurre-Lieder-Aufführung in Amsterdam an die Bedingung, das
Orchester- und Chormaterial nicht leihweise, sondern käuflich zu
erwerben. Schönberg hielt im
Sommer Proben ab, die Aufführung
fand kriegsbedingt jedoch nicht statt (Willem Mengelberg an Arnold
Schönberg, 4. März 1914; ASCC 14249; Algemeen Handelsblad 1914).
Prag
Alexander Zemlinsky führte am
27. Jänner und am 12. Februar 1916
Gurre-Lieder: Lied der Waldtaube auf (Tancsik 2000, S.
434f.).
Vertrages
Vgl. Vertrag, 14. Jänner 1914.
23. Mai 1914
Ort erschlossen
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief, Kopie
Zitierhinweis:
Arnold Schönberg an Universal-Edition, 23. Mai 1914, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.412.