Los Angeles, 24, California
An den öffentlichen Verwalter der
Herrn Schlee
Wien I. Karlsplatz 6
Lieber Herr Schlee;
Es ist mir unmoeglich und wird es
fuer lange Zeit bleiben Ihnen einen Artikel eigens zu
schreiben. Ich bin zu sehr mit anderen Arbeiten beschaeftigt.
Die Artikeln die ich englisch geschrieben habe sind
zweifellos viel zu lang fuer eine Nummer Ihrer Zeitschrift
und sie in Fortsetzungen zu bringen, ist unguenstig. Die
Durchschnittslaenge ist ungefaer 20 Druckseiten. Die meisten
werden noch im Laufe dieses Jahrs in Buchform1 erscheinen.
Die kuerzeren Artikeln in diesem Buch sind zu
eng mit dem amerikanischen Kulturleben verknuepft als dass
sie in Wien verstanden werden koennen.
Dass Sie Rufer erwaehnen freut mich umsomehr, als
ich weiss dass er sich sehr danach sehnt nach Wien zurueck-
zukehren wo er noch das Haus seiner Eltern besitzt. Gibt es
nicht eine Moeglichkeit eine Stelle fuer ihn zu finden wo
er seine vielseitigen Faehigkeiten nuetzlich verwerten
koennte? Er ist ein ausgezeichneter Lehrer und Schrift-
steller.
Die Liste meiner Werke wovon Sie Partitur und
Stimmen vorraetig haben ist erfreulich. Allerdings ver-
misse ich einige sehr wichtige Werke: Die Opern Erwartung
Glueckliche Hand und Von Heute auf Morgen, das Erste, Zweite
und Dritte Streichquartett und alle Lieder. Wie steht es
damit?
Einige meiner Schueler moechten gerne Werke von
mir durch mich zu ermaessigtem Preis erwerben. In welcher
Weise haetten sie die Bezahlung zu leisten.
Ich selbst moechte gerne eine Partitur des Noeck
haben.
Ich bitte dringenst um Mitteilung Ihres Ver-
hältnisses zu Associated Music Publishers, insbesondere
soweit das mich betrifft. Ich habe das Gefühl, dass sie
Rechte beansprucht, die ihr nicht gebühren und dass sie
die, die ihr gebühren ungebührlich ausnützt. Meine Erfahrun-
gen mit Herrn Winter – aber sagen Sie ihm vorläufig nichts –
sind alles weniger als erfreulich.
Ich sehe Ihren Nachrichten entgegen und bin Mit den he[r]zlichsten Gruessen Ihr
Los Angeles, 24, California
An den öffentlichen Verwalter der
Herrn Schlee
Wien I. Karlsplatz 6
Lieber Herr Schlee;
Es ist mir unmoeglich und wird es fuer lange Zeit bleiben Ihnen einen Artikel eigens zu schreiben. Ich bin zu sehr mit anderen Arbeiten beschaeftigt. Die Artikeln die ich englisch geschrieben habe sind zweifellos viel zu lang fuer eine Nummer Ihrer Zeitschrift und sie in Fortsetzungen zu bringen, ist unguenstig. Die Durchschnittslaenge ist ungefaer 20 Druckseiten. Die meisten werden noch im Laufe dieses Jahrs in Buchform1 erscheinen.
Die kuerzeren Artikeln in diesem Buch sind zu eng mit dem amerikanischen Kulturleben verknuepft als dass sie in Wien verstanden werden koennen.
Dass Sie Rufer erwaehnen freut mich umsomehr, als ich weiss dass er sich sehr danach sehnt nach Wien zurueckzukehren wo er noch das Haus seiner Eltern besitzt. Gibt es nicht eine Moeglichkeit eine Stelle fuer ihn zu finden wo er seine vielseitigen Faehigkeiten nuetzlich verwerten koennte? Er ist ein ausgezeichneter Lehrer und Schriftsteller.
Die Liste meiner Werke wovon Sie Partitur und Stimmen vorraetig haben ist erfreulich. Allerdings vermisse ich einige sehr wichtige Werke: Die Opern Erwartung Glueckliche Hand und Von Heute auf Morgen, das Erste, Zweite und Dritte Streichquartett und alle Lieder. Wie steht es damit?
Einige meiner Schueler moechten gerne Werke von mir durch mich zu ermaessigtem Preis erwerben. In welcher Weise haetten sie die Bezahlung zu leisten.
Ich selbst moechte gerne eine Partitur des Noeck haben.
Ich bitte dringenst um Mitteilung Ihres Verhältnisses zu Associated Music Publishers, insbesondere soweit das mich betrifft. Ich habe das Gefühl, dass sie Rechte beansprucht, die ihr nicht gebühren und dass sie die, die ihr gebühren ungebührlich ausnützt. Meine Erfahrungen mit Herrn Winter – aber sagen Sie ihm vorläufig nichts – sind alles weniger als erfreulich.
Ich sehe Ihren Nachrichten entgegen und bin Mit den herzlichsten Gruessen Ihr

zwischen 2. Mai 1946 und 13. Juli 1946



The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection



Brief, Kopie

Zitierhinweis:

Arnold Schönberg an Universal-Edition, zwischen 2. Mai und 13. Juli 1946, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.4405.

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