Los Angeles 24, California.
5. Juli, 1949.
Wien I.,
Lieber Herr Schlee,
Das Manuskript das zum Verkauf1 angeboten
war, war das Manuskript meiner Serenade. Es hat es
angeblich ein wiener Autographenhändler in der
Schweiz angeboten und ich weiss auch nicht ob er
er es nicht wirklich verkauft hat. Nun, in diesem
Fall konnte ich nichts dagegen tun, denn ich habe
es seinerzeit dem Dr. Schwarzmann geschenkt2. Viel-
leicht hat er es zu Geld machen müssen, oder ist
es ihm geraubt worden – das weiss ich nicht.
Aber was Ihre Behauptung anbelangt, dass die Manus-
kripte meiner Werke der Universal Edition gehören, so
ist es gänzlich falsch. Ich habe mit Herzga wiederholt
darüber gesprochen und er hat mir als Grund, warum
sie bei Ihm bleiben müssen nur angegeben um etwaige
Korrekturen vorzunehmen – falls das notwendig ist.
Wenn in den Verträgen etwas anderes stehen sollte3,
so bitte ich Sie mir Abschriften dieser von mir unter-
schriebenen Verträge zu schicken – womöglichst Foto-
kopien. Ich würde Gewicht darauf legen, die ganzen
Verträge in Fotokopien von Ihnen zu erhalten.
Ich sehe dem Eintreffen des kleinen Betrags den Sie
mir für die abgelaufenen Jahre senden entgegen. Ich
bin eigentlich sehr überrascht, dass das so wenig
ausmachen soll und ich bitte Sie bestimmt keine weiter-
en Abzüge davon zu machen.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich Sie noch fragen,
ob ich eine Cellostimme meiner Septet Suite von Ihnen
haben kann. Es soll dieses Stück hier aufgeführt
werden und meine Stimme ist in Verlust geraten – ge-
stohlen worden, wahrscheinlich.
Ich bin mit besten Grüssen, Ihr,

P. S. Sie haben meine Frage nach den mir gehörigen
Materialen meiner Oper Von Heute auf Morgen nicht
beantwortet. Auch ist mir nie ein Pfennig verrech-
net worden, obwohl ich weiss, dass die Universal
Edition
Exemplare verkauft hat.
Los Angeles 24, California.
5. Juli, 1949.
Lieber Herr Schlee,
Das Manuskript das zum Verkauf1 angeboten war, war das Manuskript meiner Serenade. Es hat es angeblich ein wiener Autographenhändler in der Schweiz angeboten und ich weiss auch nicht ob er es nicht wirklich verkauft hat. Nun, in diesem Fall konnte ich nichts dagegen tun, denn ich habe es seinerzeit dem Dr. Schwarzmann geschenkt2. Vielleicht hat er es zu Geld machen müssen, oder ist es ihm geraubt worden – das weiss ich nicht.
Aber was Ihre Behauptung anbelangt, dass die Manuskripte meiner Werke der Universal Edition gehören, so ist es gänzlich falsch. Ich habe mit Herzga wiederholt darüber gesprochen und er hat mir als Grund, warum sie bei Ihm bleiben müssen nur angegeben um etwaige Korrekturen vorzunehmen – falls das notwendig ist. Wenn in den Verträgen etwas anderes stehen sollte3, so bitte ich Sie mir Abschriften dieser von mir unterschriebenen Verträge zu schicken – womöglichst Fotokopien. Ich würde Gewicht darauf legen, die ganzen Verträge in Fotokopien von Ihnen zu erhalten.
Ich sehe dem Eintreffen des kleinen Betrags den Sie mir für die abgelaufenen Jahre senden entgegen. Ich bin eigentlich sehr überrascht, dass das so wenig ausmachen soll und ich bitte Sie bestimmt keine weiteren Abzüge davon zu machen.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich Sie noch fragen, ob ich eine Cellostimme meiner Septet Suite von Ihnen haben kann. Es soll dieses Stück hier aufgeführt werden und meine Stimme ist in Verlust geraten – gestohlen worden, wahrscheinlich.
Ich bin mit besten Grüssen, Ihr,
P. S. Sie haben meine Frage nach den mir gehörigen Materialen meiner Oper Von Heute auf Morgen nicht beantwortet. Auch ist mir nie ein Pfennig verrechnet worden, obwohl ich weiss, dass die Universal Edition Exemplare verkauft hat.

5. Juli 1949


The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection



Brief, Kopie

Zitierhinweis:

Arnold Schönberg an Universal-Edition, 5. Juli 1949, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.4942.

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