Arnold Schönberg an Universal-Edition
5. Juli 1949
Lieber Herr Schlee,
Das Manuskript das zum Verkauf1 angeboten
war, war das Manuskript meiner Serenade. Es hat es
angeblich ein wiener Autographenhändler in der
Schweiz angeboten und ich weiss auch nicht ob er
er es nicht wirklich verkauft hat. Nun, in diesem
Fall konnte ich nichts dagegen tun, denn ich habe
es seinerzeit dem Dr. Schwarzmann geschenkt2. Viel-
leicht hat er es zu Geld machen müssen, oder ist
es ihm geraubt worden – das weiss ich nicht.
war, war das Manuskript meiner Serenade. Es hat es
angeblich ein wiener Autographenhändler in der
Schweiz angeboten und ich weiss auch nicht ob er
er es nicht wirklich verkauft hat. Nun, in diesem
Fall konnte ich nichts dagegen tun, denn ich habe
es seinerzeit dem Dr. Schwarzmann geschenkt2. Viel-
leicht hat er es zu Geld machen müssen, oder ist
es ihm geraubt worden – das weiss ich nicht.
Aber was Ihre Behauptung anbelangt, dass die Manus-
kripte meiner Werke der Universal Edition gehören, so
ist es gänzlich falsch. Ich habe mit Herzga wiederholt
darüber gesprochen und er hat mir als Grund, warum
sie bei Ihm bleiben müssen nur angegeben um etwaige
Korrekturen vorzunehmen – falls das notwendig ist.
Wenn in den Verträgen etwas anderes stehen sollte3,
so bitte ich Sie mir Abschriften dieser von mir unter-
schriebenen Verträge zu schicken – womöglichst Foto-
kopien. Ich würde Gewicht darauf legen, die ganzen
Verträge in Fotokopien von Ihnen zu erhalten.
kripte meiner Werke der Universal Edition gehören, so
ist es gänzlich falsch. Ich habe mit Herzga wiederholt
darüber gesprochen und er hat mir als Grund, warum
sie bei Ihm bleiben müssen nur angegeben um etwaige
Korrekturen vorzunehmen – falls das notwendig ist.
Wenn in den Verträgen etwas anderes stehen sollte3,
so bitte ich Sie mir Abschriften dieser von mir unter-
schriebenen Verträge zu schicken – womöglichst Foto-
kopien. Ich würde Gewicht darauf legen, die ganzen
Verträge in Fotokopien von Ihnen zu erhalten.
Ich sehe dem Eintreffen des kleinen Betrags den Sie
mir für die abgelaufenen Jahre senden entgegen. Ich
bin eigentlich sehr überrascht, dass das so wenig
ausmachen soll und ich bitte Sie bestimmt keine weiter-
en Abzüge davon zu machen.
mir für die abgelaufenen Jahre senden entgegen. Ich
bin eigentlich sehr überrascht, dass das so wenig
ausmachen soll und ich bitte Sie bestimmt keine weiter-
en Abzüge davon zu machen.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich Sie noch fragen,
ob ich eine Cellostimme meiner Septet Suite von Ihnen
haben kann. Es soll dieses Stück hier aufgeführt
werden und meine Stimme ist in Verlust geraten – ge-
stohlen worden, wahrscheinlich.
ob ich eine Cellostimme meiner Septet Suite von Ihnen
haben kann. Es soll dieses Stück hier aufgeführt
werden und meine Stimme ist in Verlust geraten – ge-
stohlen worden, wahrscheinlich.
Ich bin mit besten Grüssen,
Ihr,
P. S. Sie haben meine Frage nach den mir
gehörigen
Materialen meiner Oper Von Heute auf Morgen nicht
beantwortet. Auch ist mir nie ein Pfennig verrech-
net worden, obwohl ich weiss, dass die Universal
Edition Exemplare verkauft hat.
Materialen meiner Oper Von Heute auf Morgen nicht
beantwortet. Auch ist mir nie ein Pfennig verrech-
net worden, obwohl ich weiss, dass die Universal
Edition Exemplare verkauft hat.
Verkauf
Arnold Schönberg an Wilhelm
Hansen Musikforlag, 27. April 1947 (ASCC
7237); Wilhelm Hansen Musikforlag an Arnold Schönberg, 19. Mai
1947 (ASCC 13012).
geschenkt
Ursprünglich hatte Norbert Schwarzmann anlässlich der
privaten Uraufführung in seiner Wohnung am 2.
Mai 1924 das Particell (ASGA B 23/1, Quelle C) erhalten, das er später gegen die
heute verschollene Partiturreinschrift (ASGA B 23/1, Quelle D*) hätte eintauschen sollen. Obwohl
diese an ihn übergeben wurde (Norbert Schwarzmann an Arnold Schönberg,
12. März 1926; ASCC
16635), ist das Particell nie zu Schönberg zurückgelangt. Schwarzmann verkaufte es 1947
über den Wiener Antiquar
Heinrich Hinterberger an die Library of
Congress in Washington, D.C. (ASGA B 23/1, S. 363).
etwas anderes stehen sollte
„Die Niederschrift des Werkes
verbleibt im Besitze der Verlagshandlung als deren Eigentum“ – diese
oder eine ähnliche Formulierung findet sich in allen erhaltenen
Urheberrechtsabtretungsverträgen (Urheberrechtsabtretung: Klavierstück op. 33a, 23. April
1929).
5. Juli, 1949.
Lieber Herr Schlee,
Das Manuskript das zum Verkauf1 angeboten war, war das Manuskript meiner Serenade. Es hat es
angeblich ein wiener
Autographenhändler in der
Schweiz angeboten und ich weiss auch nicht
ob
er es nicht wirklich verkauft hat. Nun, in diesem Fall konnte ich
nichts dagegen tun, denn ich habe es seinerzeit dem Dr. Schwarzmann
geschenkt2. Vielleicht hat er es zu Geld machen müssen, oder ist es ihm
geraubt worden – das weiss ich nicht.
Aber was Ihre Behauptung anbelangt, dass die Manuskripte meiner Werke der Universal
Edition gehören, so ist es
gänzlich falsch. Ich habe mit Herzga
wiederholt darüber gesprochen und er hat mir als Grund, warum sie bei Ihm bleiben müssen nur angegeben um etwaige
Korrekturen vorzunehmen – falls das notwendig ist. Wenn in den
Verträgen etwas anderes stehen sollte3, so bitte ich Sie mir Abschriften dieser von mir unterschriebenen Verträge zu schicken – womöglichst Fotokopien. Ich würde Gewicht darauf legen, die ganzen Verträge
in Fotokopien von Ihnen zu erhalten.
Ich sehe dem Eintreffen des kleinen Betrags den Sie mir für die abgelaufenen
Jahre senden entgegen. Ich bin eigentlich sehr überrascht, dass das so
wenig ausmachen soll und ich bitte Sie bestimmt keine weiteren Abzüge davon zu machen.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich Sie noch fragen, ob ich eine Cellostimme meiner Septet Suite von Ihnen haben kann. Es soll
dieses Stück hier aufgeführt werden und
meine Stimme ist in Verlust geraten – gestohlen worden, wahrscheinlich.
Ich bin mit besten Grüssen,
Ihr,
P. S. Sie haben meine Frage nach den mir
gehörigen Materialen meiner Oper Von Heute auf
Morgen nicht beantwortet. Auch ist mir nie ein Pfennig
verrechnet worden, obwohl ich weiss, dass die Universal Edition Exemplare verkauft hat.
Verkauf
Arnold Schönberg an Wilhelm
Hansen Musikforlag, 27. April 1947 (ASCC
7237); Wilhelm Hansen Musikforlag an Arnold Schönberg, 19. Mai
1947 (ASCC 13012).
geschenkt
Ursprünglich hatte Norbert Schwarzmann anlässlich der
privaten Uraufführung in seiner Wohnung am 2.
Mai 1924 das Particell (ASGA B 23/1, Quelle C) erhalten, das er später gegen die
heute verschollene Partiturreinschrift (ASGA B 23/1, Quelle D*) hätte eintauschen sollen. Obwohl
diese an ihn übergeben wurde (Norbert Schwarzmann an Arnold Schönberg,
12. März 1926; ASCC
16635), ist das Particell nie zu Schönberg zurückgelangt. Schwarzmann verkaufte es 1947
über den Wiener Antiquar
Heinrich Hinterberger an die Library of
Congress in Washington, D.C. (ASGA B 23/1, S. 363).
etwas anderes stehen sollte
„Die Niederschrift des Werkes
verbleibt im Besitze der Verlagshandlung als deren Eigentum“ – diese
oder eine ähnliche Formulierung findet sich in allen erhaltenen
Urheberrechtsabtretungsverträgen (Urheberrechtsabtretung: Klavierstück op. 33a, 23. April
1929).
5. Juli 1949
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief, Kopie
Zitierhinweis:
Arnold Schönberg an Universal-Edition, 5. Juli 1949, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.4942.