Los Angeles 24, California.
Juni 7, 1949.
An Die Universal Edition, Wien.
Wien I.,
Lieber Herr Schlee:
Ich habe gehört, dass Manuskripte von
mir im Handel sind und ich weiss sogar einen
bestimmten Fall1, dass solche verkauft worden
sind. Das ist gänzlich widerrechtlich. Alle
meine Manuskripte sind mein Eigentum2 und sind
dem Verlag nur zum Zweck Publikationen der Pub-
likation im Rahmen unseres Vertrags, übergeben
worden.
Nun hat mir Herr David Diamond, der sich mit
seinem Pass bei Ihnen legitimieren wird und
dessen Unterschrift so aussieht:
Mr David Diamond hat, mit einem Wort, mir ver-
sprochen mir die Manuskripte hieher zu bringen.
Ich bitte Sie daher ihm alles was meine Hand-
schrift ist zu übergeben und mir eine Liste davon
zu senden.
Ich bin mit vorzüglicher Hochachtung, Ihr,
R. H.

P. S. Ich benutze die Gelegenheit dieses Briefes um auf
eine Bemerkung des Ihrigen zu reagieren, betreffend meine
Abrechnung. Sie sagen, dass meine Einkünfte reduziert werden
müssten. Das ist aber ganz unrichtig. Erstens sind die Ein-
künfte von alten Werken niemals zur Abtragung der Vorschüsse
auf die neuen Werke zu verwenden gewesen – das war nicht in
unserem Vertrag, aber zweitens; neue Werke wurden in den
Jahren seit Hitler hier nicht verkauft oder gespielt, denn
Associated Music Publishers haben es versäumt rechtzeitig
meine Noten kommenzulassen. Dadurch waren sie garnicht in
der Lage auch nur eine einzige Aufführung von mir zu ver-
anstalten – nicht einmal vom Dritten Quartett – oder Orchester-
stimmen, z. B. von den Variationen zu liefern, die sonst
unter Umständen aufgeführt worden werdenwären. Also bitte nehmen
Sie zur Kenntnis: davon kann nichts abgezogen werden.
Ich behalte mir ja vor, gegen die Associated Music Publishers
aus diesem Grund Schritte zu unternehmen, denn sie haben mich
furchtbar geschädigt dadurch dass meine Materiale die ganze
Zeit
immer nicht zu haben waren, hier. Es wird also wahr-
scheinlich auf das Gegenteil heraus kommen.

Los Angeles 24, California.
Juni 7, 1949.
An Die Universal Edition, Wien.
Wien I.,
Lieber Herr Schlee:
Ich habe gehört, dass Manuskripte von mir im Handel sind und ich weiss sogar einen bestimmten Fall1, dass solche verkauft worden sind. Das ist gänzlich widerrechtlich. Alle meine Manuskripte sind mein Eigentum2 und sind dem Verlag nur zum Zweck der Publikation im Rahmen unseres Vertrags, übergeben worden.
Nun hat mir Herr David Diamond, der sich mit seinem Pass bei Ihnen legitimieren wird und dessen Unterschrift so aussieht:
Mr David Diamond hat, mit einem Wort, mir versprochen mir die Manuskripte hieher zu bringen. Ich bitte Sie daher ihm alles was meine Handschrift ist zu übergeben und mir eine Liste davon zu senden.
Ich bin mit vorzüglicher Hochachtung, Ihr,
R. H.
P. S. Ich benutze die Gelegenheit dieses Briefes um auf eine Bemerkung des Ihrigen zu reagieren, betreffend meine Abrechnung. Sie sagen, dass meine Einkünfte reduziert werden müssten. Das ist aber ganz unrichtig. Erstens sind die Einkünfte von alten Werken niemals zur Abtragung der Vorschüsse auf die neuen Werke zu verwenden gewesen – das war nicht in unserem Vertrag, aber zweitens; neue Werke wurden in den Jahren seit Hitler hier nicht verkauft oder gespielt, denn Associated Music Publishers haben es versäumt rechtzeitig meine Noten kommenzulassen. Dadurch waren sie garnicht in der Lage auch nur eine einzige Aufführung von mir zu veranstalten – nicht einmal vom Dritten Quartett – oder Orchesterstimmen, z. B. von den Variationen zu liefern, die sonst unter Umständen aufgeführt worden wären. Also bitte nehmen Sie zur Kenntnis: davon kann nichts abgezogen werden.
Ich behalte mir ja vor, gegen die Associated Music Publishers aus diesem Grund Schritte zu unternehmen, denn sie haben mich furchtbar geschädigt dadurch dass meine Materiale die ganze
Zeit
immer nicht zu haben waren, hier. Es wird also wahrscheinlich auf das Gegenteil heraus kommen.

7. Juni 1949


In die Lücke nach dem zweiten Absatz ist in einem weiteren erhaltenen Exemplar des Briefes David Diamonds Unterschrift eingefügt, mit dem Hinweis „sign here and return in selfadressed envelop“.

The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection



Brief, Kopie

Zitierhinweis:

Arnold Schönberg an Universal-Edition, 7. Juni 1949, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.5084.

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