Arnold Schönberg an Universal-Edition
7. Juni 1949
Los Angeles 24, California.
Juni 7, 1949.
An Die Universal Edition,
Wien.
Herrn Alfred Schlee
Wien I.,
Lieber Herr Schlee:
Ich habe gehört, dass Manuskripte von
mir im Handel sind und ich weiss sogar einen
bestimmten Fall1, dass solche verkauft worden
sind. Das ist gänzlich widerrechtlich. Alle
meine Manuskripte sind mein Eigentum2 und sind
dem Verlag nur zum Zweck Publikationen der Pub-
likation im Rahmen unseres Vertrags, übergeben
worden.
mir im Handel sind und ich weiss sogar einen
bestimmten Fall1, dass solche verkauft worden
sind. Das ist gänzlich widerrechtlich. Alle
meine Manuskripte sind mein Eigentum2 und sind
dem Verlag nur zum Zweck Publikationen der Pub-
likation im Rahmen unseres Vertrags, übergeben
worden.
Nun hat mir Herr David Diamond, der sich mit
seinem Pass bei Ihnen legitimieren wird und
dessen Unterschrift so aussieht:
seinem Pass bei Ihnen legitimieren wird und
dessen Unterschrift so aussieht:
Mr David Diamond hat, mit einem Wort, mir
ver-
sprochen mir die Manuskripte hieher zu bringen.
Ich bitte Sie daher ihm alles was meine Hand-
schrift ist zu übergeben und mir eine Liste davon
zu senden.
sprochen mir die Manuskripte hieher zu bringen.
Ich bitte Sie daher ihm alles was meine Hand-
schrift ist zu übergeben und mir eine Liste davon
zu senden.
P. S. Ich benutze die Gelegenheit dieses Briefes um auf
eine Bemerkung des Ihrigen zu reagieren, betreffend meine
Abrechnung. Sie sagen, dass meine Einkünfte reduziert werden
müssten. Das ist aber ganz unrichtig. Erstens sind die Ein-
künfte von alten Werken niemals zur Abtragung der Vorschüsse
auf die neuen Werke zu verwenden gewesen – das war nicht in
unserem Vertrag, aber zweitens; neue Werke wurden in den
Jahren seit Hitler hier nicht verkauft oder gespielt, denn
Associated Music Publishers haben es versäumt rechtzeitig
meine Noten kommenzulassen. Dadurch waren sie garnicht in
der Lage auch nur eine einzige Aufführung von mir zu ver-
anstalten – nicht einmal vom Dritten Quartett – oder Orchester-
stimmen, z. B. von den Variationen zu liefern, die sonst
unter Umständen aufgeführt worden werdenwären. Also bitte nehmen
Sie zur Kenntnis: davon kann nichts abgezogen werden.
eine Bemerkung des Ihrigen zu reagieren, betreffend meine
Abrechnung. Sie sagen, dass meine Einkünfte reduziert werden
müssten. Das ist aber ganz unrichtig. Erstens sind die Ein-
künfte von alten Werken niemals zur Abtragung der Vorschüsse
auf die neuen Werke zu verwenden gewesen – das war nicht in
unserem Vertrag, aber zweitens; neue Werke wurden in den
Jahren seit Hitler hier nicht verkauft oder gespielt, denn
Associated Music Publishers haben es versäumt rechtzeitig
meine Noten kommenzulassen. Dadurch waren sie garnicht in
der Lage auch nur eine einzige Aufführung von mir zu ver-
anstalten – nicht einmal vom Dritten Quartett – oder Orchester-
stimmen, z. B. von den Variationen zu liefern, die sonst
unter Umständen aufgeführt worden werdenwären. Also bitte nehmen
Sie zur Kenntnis: davon kann nichts abgezogen werden.
Ich behalte mir ja vor, gegen die Associated Music
Publishers
aus diesem Grund Schritte zu unternehmen, denn sie haben mich
furchtbar geschädigt dadurch dass meine Materiale die ganze
aus diesem Grund Schritte zu unternehmen, denn sie haben mich
furchtbar geschädigt dadurch dass meine Materiale die ganze
Zeit
immer nicht zu haben waren, hier. Es wird also wahr-
scheinlich auf das Gegenteil heraus kommen.
scheinlich auf das Gegenteil heraus kommen.
ORIGINAL MANUSCRIPTS
AT
UNIVERSAL-EDITION
AT
UNIVERSAL-EDITION
- Gurrelieder
- Erwartung
- Die Glückliche Hand
- Variationen Op 31
- Pelleas und Melisande
- Bach: Praeludium und Fuge
- Bach: Choralvorspiele3
- Jakobsleiter mitund Texte
- Erste Kammersymphonie
- 2. Streichquartett
- 3. Streichquartett
- Bläserquintett
- Septett Suite
- 6 Kleine Klavierstücke
- 3 Klavierstücke
- Klavier Suite Op 25
- 6 Orchesterlieder
- 2 Balladen
- 2 Lieder
- 3 Satiren
- 4 Stücke für Chor
bestimmten Fall
Particell der Serenade op. 24 (ASGA B 23/1, Quelle C) (Arnold
Schönberg an Universal-Edition, 5. Juli 1949; Arnold Schönberg
an Wilhelm Hansen Musikforlag, 27. April 1947; ASCC
7237); Wilhelm Hansen Musikforlag an Arnold Schönberg, 19. Mai
1947; ASCC 13012).
Eigentum
„Die Niederschrift des Werkes
verbleibt im Besitze der Verlagshandlung als deren Eigentum“ – diese
oder eine ähnliche Formulierung findet sich in allen erhaltenen
Urheberrechtsabtretungsverträgen (Urheberrechtsabtretung: Klavierstück op. 33a, 23. April
1929).
Choralvorspiele
Juni 7, 1949.
Lieber Herr Schlee:
Ich habe gehört, dass Manuskripte von mir im Handel sind und ich weiss sogar
einen
bestimmten Fall1, dass solche verkauft worden sind. Das ist gänzlich widerrechtlich.
Alle meine Manuskripte sind mein Eigentum2 und sind dem Verlag nur zum Zweck der Publikation im Rahmen unseres Vertrags, übergeben worden.
Nun hat mir Herr David Diamond, der sich mit
seinem Pass bei Ihnen legitimieren wird und dessen Unterschrift so
aussieht:
Mr David Diamond hat, mit einem Wort, mir
versprochen mir die Manuskripte hieher zu bringen. Ich bitte
Sie daher ihm alles was meine Handschrift ist zu übergeben und mir eine Liste davon zu
senden.
P. S. Ich benutze die Gelegenheit dieses Briefes um auf eine Bemerkung
des Ihrigen zu reagieren, betreffend meine
Abrechnung. Sie sagen, dass meine Einkünfte reduziert werden
müssten. Das ist aber ganz unrichtig. Erstens sind die Einkünfte von alten Werken niemals zur Abtragung der Vorschüsse
auf die neuen Werke zu verwenden gewesen – das war nicht in
unserem Vertrag, aber zweitens; neue Werke wurden in den Jahren
seit Hitler hier nicht verkauft oder
gespielt, denn
Associated Music Publishers haben es
versäumt rechtzeitig meine Noten kommenzulassen. Dadurch waren sie
garnicht in der Lage auch nur eine einzige Aufführung von mir zu veranstalten – nicht einmal vom Dritten
Quartett – oder Orchesterstimmen, z. B. von den Variationen zu liefern, die sonst unter Umständen
aufgeführt worden wären. Also bitte nehmen Sie zur Kenntnis: davon kann nichts
abgezogen werden.
Ich behalte mir ja vor, gegen die Associated Music
Publishers
aus diesem Grund Schritte zu unternehmen, denn sie haben mich
furchtbar geschädigt dadurch dass meine Materiale die ganze
Zeit
immer nicht zu haben waren, hier. Es wird also wahrscheinlich auf das Gegenteil heraus kommen.
ORIGINAL MANUSCRIPTS AT
UNIVERSAL-EDITION
- Gurrelieder
- Erwartung
- Die Glückliche Hand
- Variationen Op 31
- Pelleas und Melisande
- Bach: Praeludium und Fuge
- Bach: Choralvorspiele3
- Jakobsleiter und Texte
- Erste Kammersymphonie
- 2. Streichquartett
- 3. Streichquartett
- Bläserquintett
- Septett Suite
- 6 Kleine Klavierstücke
- 3 Klavierstücke
- Klavier Suite Op 25
- 6 Orchesterlieder
- 2 Balladen
- 2 Lieder
- 3 Satiren
- 4 Stücke für Chor
bestimmten Fall
Particell der Serenade op. 24 (ASGA B 23/1, Quelle C) (Arnold
Schönberg an Universal-Edition, 5. Juli 1949; Arnold Schönberg
an Wilhelm Hansen Musikforlag, 27. April 1947; ASCC
7237); Wilhelm Hansen Musikforlag an Arnold Schönberg, 19. Mai
1947; ASCC 13012).
Eigentum
„Die Niederschrift des Werkes
verbleibt im Besitze der Verlagshandlung als deren Eigentum“ – diese
oder eine ähnliche Formulierung findet sich in allen erhaltenen
Urheberrechtsabtretungsverträgen (Urheberrechtsabtretung: Klavierstück op. 33a, 23. April
1929).
Choralvorspiele
7. Juni 1949
In die Lücke nach dem zweiten Absatz ist in einem weiteren erhaltenen Exemplar
des Briefes David Diamonds Unterschrift
eingefügt, mit dem Hinweis „sign here and return in selfadressed
envelop“.
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief, Kopie
Zitierhinweis:
Arnold Schönberg an Universal-Edition, 7. Juni 1949, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.5084.