Arnold Schönberg an Universal-Edition
zwischen 9. und 13. November 1929
Lieber Herr Direktor, Freitag1 waren Sie bei mir und haben
durch Klagen über die ungünstige Lage der Universal
Edition, mein Herz so gerührt, dass ich Ihnen beinahe
Samstag einen Brief geschrieben hätte, in welchem ich
Ihnen Ihren Wunsch erfüllen wollte, den Sie im Lauf des Abends x male
(x male) an mich gerichtet hatten: Ihnen meine Oper
zu überlassen2!
durch Klagen über die ungünstige Lage der Universal
Edition, mein Herz so gerührt, dass ich Ihnen beinahe
Samstag einen Brief geschrieben hätte, in welchem ich
Ihnen Ihren Wunsch erfüllen wollte, den Sie im Lauf des Abends x male
(x male) an mich gerichtet hatten: Ihnen meine Oper
zu überlassen2!
Ich wollte es noch einen Tag überschlafen, denn, wie mich
einerseits Ihre Klagen rührten, machte mich andrerseits die
Sorge vor dem bevorstehenden Zusammenbruch der U. E.
welchen Sie ja angedeutet haben, etwas ängstlich.
einerseits Ihre Klagen rührten, machte mich andrerseits die
Sorge vor dem bevorstehenden Zusammenbruch der U. E.
welchen Sie ja angedeutet haben, etwas ängstlich.
Aber schon am nächsten Tage erfahre ich in großer
Gesellschaft, Sie hätten
gesagt, Sie nähmen so schlecht gehende Sachen wie meine
nicht, worauf ich natürlich genötigt war, allen Anwesenden
obige Tatsache mitzuteilen, und hinzuzufügen, dass
meine Werke nach einer aus den wichtigsten Musikzeitschriften
seit mehr als einem Jahr zusammengestellten Publistik sehr gut gehen. Selbstverständlich werde ich Ihren Behauptungen nicht nur dort entgegentreten, wo ich sie höre, sondern auch meinerseits
nicht schweigen.
gesagt, Sie nähmen so schlecht gehende Sachen wie meine
nicht, worauf ich natürlich genötigt war, allen Anwesenden
obige Tatsache mitzuteilen, und hinzuzufügen, dass
meine Werke nach einer aus den wichtigsten Musikzeitschriften
seit mehr als einem Jahr zusammengestellten Publistik sehr gut gehen. Selbstverständlich werde ich Ihren Behauptungen nicht nur dort entgegentreten, wo ich sie höre, sondern auch meinerseits
nicht schweigen.
Was hat das denn zu bedeuten? Wollen Sie einen Vernichtungskrieg?
Höre ich noch einmal ein derartiges Wort, dann
will ich meine Faulheit überwinden und die scharfen
Waffen, die ich mir dazu gesammelt habe, anwenden.
will ich meine Faulheit überwinden und die scharfen
Waffen, die ich mir dazu gesammelt habe, anwenden.
Freitag
Ihnen meine
Oper
zu überlassen
Nach dem Scheitern der Verhandlungen (Universal-Edition an Arnold Schönberg, 17. Juli 1929) dürfte
das Erscheinen der Oper Von heute auf morgen op.
32 im Selbstverlag für Schönberg spätestens ab Mitte August festgestanden haben. Inzwischen war die Druckerei
Waldheim-Eberle mit der Herstellung
des Klavierauszugs beauftragt worden, das Ergebnis war allerdings
aufgrund des Zeitdrucks vor der für Dezember
geplanten Uraufführung so schlecht ausgefallen, dass Schönberg sich weigerte, die Rechnung zu
bezahlen (Arnold Schönberg an Waldheim-Eberle, 2. November 1929; ASCC
7421), woraufhin die Druckerei Klage erhob (Arnold Schönberg
an Hugo Spitzer, 4. April 1930; ASCC
1847).
Lieber Herr Direktor, Freitag1 waren Sie bei mir und haben durch
Klagen über die ungünstige Lage der Universal
Edition, mein Herz so gerührt, dass ich Ihnen beinahe
Samstag einen Brief geschrieben hätte, in welchem ich Ihnen Ihren
Wunsch erfüllen wollte, den Sie im Lauf des
Abends x male
(x male) an mich gerichtet hatten: Ihnen meine
Oper
zu überlassen2!
Ich wollte es noch einen Tag überschlafen, denn, wie mich einerseits Ihre
Klagen rührten, machte mich andrerseits die Sorge vor dem bevorstehenden
Zusammenbruch der U. E.
welchen Sie ja angedeutet haben, etwas ängstlich.
Aber schon am nächsten Tage erfahre ich in großer
Gesellschaft, Sie hätten gesagt, Sie nähmen so schlecht gehende
Sachen wie meine nicht, worauf ich natürlich genötigt war, allen Anwesenden
obige Tatsache mitzuteilen, und hinzuzufügen, dass meine Werke nach
einer aus den wichtigsten Musikzeitschriften
seit mehr als einem Jahr zusammengestellten
Publistik[?] sehr gut gehen.
Selbstverständlich werde ich Ihren Behauptungen nicht
nur dort entgegentreten, wo ich sie höre, sondern auch meinerseits
nicht schweigen.
Was hat das denn zu bedeuten? Wollen Sie einen Vernichtungskrieg?
Höre ich noch einmal ein derartiges Wort, dann will ich meine Faulheit
überwinden und die scharfen Waffen, die ich gesammelt habe, anwenden.
Freitag
Ihnen meine
Oper
zu überlassen
Nach dem Scheitern der Verhandlungen (Universal-Edition an Arnold Schönberg, 17. Juli 1929) dürfte
das Erscheinen der Oper Von heute auf morgen op.
32 im Selbstverlag für Schönberg spätestens ab Mitte August festgestanden haben. Inzwischen war die Druckerei
Waldheim-Eberle mit der Herstellung
des Klavierauszugs beauftragt worden, das Ergebnis war allerdings
aufgrund des Zeitdrucks vor der für Dezember
geplanten Uraufführung so schlecht ausgefallen, dass Schönberg sich weigerte, die Rechnung zu
bezahlen (Arnold Schönberg an Waldheim-Eberle, 2. November 1929; ASCC
7421), woraufhin die Druckerei Klage erhob (Arnold Schönberg
an Hugo Spitzer, 4. April 1930; ASCC
1847).
zwischen 9. November 1929 und 13. November 1929 (unsicher)
Ort erschlossen; Vermutlich Entwurf zu Arnold Schönberg an Universal-Edition, 13. November 1929
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief, Entwurf
Zitierhinweis:
Arnold Schönberg an Universal-Edition, zwischen 9. und 13. November 1929, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.565.