Lieber Herr Direktor, Freitag1 waren Sie bei mir und haben
durch Klagen über die ungünstige Lage der Universal
Edition
, mein Herz so gerührt, dass ich Ihnen beinahe
Samstag einen Brief geschrieben hätte, in welchem ich
Ihnen Ihren Wunsch erfüllen wollte, den Sie im Lauf des Abends x male
(x male) an mich gerichtet hatten: Ihnen meine Oper
zu überlassen
2!
Ich wollte es noch einen Tag überschlafen, denn, wie mich
einerseits Ihre Klagen rührten, machte mich andrerseits die
Sorge vor dem bevorstehenden Zusammenbruch der U. E.
welchen Sie ja angedeutet haben, etwas ängstlich.
Aber schon am nächsten Tage erfahre ich in großer Gesellschaft, Sie hätten
gesagt, Sie nähmen so schlecht gehende Sachen wie meine
nicht, worauf ich natürlich genötigt war, allen Anwesenden
obige Tatsache mitzuteilen, und hinzuzufügen, dass
meine Werke nach einer aus den wichtigsten Musikzeitschriften
seit mehr als einem Jahr zusammengestellten Publistik sehr gut gehen. Selbstverständlich werde ich Ihren Behauptungen nicht nur dort entgegentreten, wo ich sie höre, sondern auch meinerseits
nicht schweigen.
Was hat das denn zu bedeuten? Wollen Sie einen Vernichtungskrieg?
Höre ich noch einmal ein derartiges Wort, dann
will ich meine Faulheit überwinden und die scharfen
Waffen, die ich mir dazu gesammelt habe, anwenden.
Lieber Herr Direktor, Freitag1 waren Sie bei mir und haben durch Klagen über die ungünstige Lage der Universal Edition, mein Herz so gerührt, dass ich Ihnen beinahe Samstag einen Brief geschrieben hätte, in welchem ich Ihnen Ihren Wunsch erfüllen wollte, den Sie im Lauf des Abends x male (x male) an mich gerichtet hatten: Ihnen meine Oper zu überlassen2!
Ich wollte es noch einen Tag überschlafen, denn, wie mich einerseits Ihre Klagen rührten, machte mich andrerseits die Sorge vor dem bevorstehenden Zusammenbruch der U. E. welchen Sie ja angedeutet haben, etwas ängstlich.
Aber schon am nächsten Tage erfahre ich in großer Gesellschaft, Sie hätten gesagt, Sie nähmen so schlecht gehende Sachen wie meine nicht, worauf ich natürlich genötigt war, allen Anwesenden obige Tatsache mitzuteilen, und hinzuzufügen, dass meine Werke nach einer aus den wichtigsten Musikzeitschriften seit mehr als einem Jahr zusammengestellten Publistik[?] sehr gut gehen. Selbstverständlich werde ich Ihren Behauptungen nicht nur dort entgegentreten, wo ich sie höre, sondern auch meinerseits nicht schweigen.
Was hat das denn zu bedeuten? Wollen Sie einen Vernichtungskrieg?
Höre ich noch einmal ein derartiges Wort, dann will ich meine Faulheit überwinden und die scharfen Waffen, die ich gesammelt habe, anwenden.

zwischen 9. November 1929 und 13. November 1929 (unsicher)


Ort erschlossen; Vermutlich Entwurf zu Arnold Schönberg an Universal-Edition, 13. November 1929

The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection


Brief, Entwurf

Zitierhinweis:

Arnold Schönberg an Universal-Edition, zwischen 9. und 13. November 1929, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.565.

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