Gertrud und Arnold Schönberg an Universal-Edition
22. Jänner 1926
Sehr geehrter Herr Direktor,
Ich schreibe Ihnen im Auftrage meines Mannes, der
mit Arbeit sehr überbürdet ist und da die Angelegenheit1
sehr eilt, Sie, verehrter Herr Direktor, bittet diese Form zu
entschuldigen.
mit Arbeit sehr überbürdet ist und da die Angelegenheit1
sehr eilt, Sie, verehrter Herr Direktor, bittet diese Form zu
entschuldigen.
Sein Schwiegersohn Felix Greissle hatte vor
einigen Tagen
ein Konzert2 das[s] durch viel Missgeschick und vielleicht auch
durch ein bischen Leichtsinn und Leichtgläubigkeit seinerseits,
ein Defizit aufweist, das[s], da er noch überdies in grossen Schulden
steckt, unmöglich von ihm beglichen werden kann. Mein Mann möchte
Sie nun vielmals bitten, an seiner statt mit Greissle und vor
allem mit Kugel (der allem Anschein Greissle mit leeren Ver-
sprechungen hineingelegt hat) zu sprechen und den dann von Ihnen
als richtig befundenen Betrag von seinem Konto zu begleichen.
Ausserdem wird Dr. v. Webern3 sich bei der Universaledition zur
Tilgung der anderen Schulden einen Betrag von ungefähr S. 1700.-
abholen. Ich bitte Sie, verehrter Herr Direktor, diese beiden
Zahlungen (die den Betrag von 3000 S. aber nicht übersteigen
dürfen) zu bewilligen, mein Mann überlässt Ihnen die Art der
Verrechnung vollkommen.
ein Konzert2 das[s] durch viel Missgeschick und vielleicht auch
durch ein bischen Leichtsinn und Leichtgläubigkeit seinerseits,
ein Defizit aufweist, das[s], da er noch überdies in grossen Schulden
steckt, unmöglich von ihm beglichen werden kann. Mein Mann möchte
Sie nun vielmals bitten, an seiner statt mit Greissle und vor
allem mit Kugel (der allem Anschein Greissle mit leeren Ver-
sprechungen hineingelegt hat) zu sprechen und den dann von Ihnen
als richtig befundenen Betrag von seinem Konto zu begleichen.
Ausserdem wird Dr. v. Webern3 sich bei der Universaledition zur
Tilgung der anderen Schulden einen Betrag von ungefähr S. 1700.-
abholen. Ich bitte Sie, verehrter Herr Direktor, diese beiden
Zahlungen (die den Betrag von 3000 S. aber nicht übersteigen
dürfen) zu bewilligen, mein Mann überlässt Ihnen die Art der
Verrechnung vollkommen.
Verzeihen Sie, dass wir dadurch Ihre Zeit in Anspruch nehmen,
aber seien Sie versichert, dass Sie uns mit diesem Dienst einer
grossen Sorge entheben und wir Ruhe schon sehr nötig hätten.
aber seien Sie versichert, dass Sie uns mit diesem Dienst einer
grossen Sorge entheben und wir Ruhe schon sehr nötig hätten.
Mit den herzlichsten Grüssen von mir und meinem Mann
und im Voraus besten Dank
und im Voraus besten Dank
Lieber Herr Direktor, bitte nach der
Auszahlung von Greissle auch eine schriftliche Erklärung
die ich über monatliche Zalungen an ihn abgegeben habe, zurückzufordern und sie mir
einzuschicken. Denn dies[e] Zalungen stelle ich für d[i]e nächste Zeit ein. Es ent-
fallen also die Auszalung[en] Ihrerseits, die wir zuletzt verabredet hatten. Herzliche Grüße Ihr
Arnold Schönberg
die ich über monatliche Zalungen an ihn abgegeben habe, zurückzufordern und sie mir
einzuschicken. Denn dies[e] Zalungen stelle ich für d[i]e nächste Zeit ein. Es ent-
fallen also die Auszalung[en] Ihrerseits, die wir zuletzt verabredet hatten. Herzliche Grüße Ihr
Arnold Schönberg
Bitte um Diskretion!
Angelegenheit
Aus Gertrude Greissle an Arnold
Schönberg, 12. Jänner 1926 (ASCC
10905), geht hervor, dass Emil
Hertzka bereits durch Felix
Greissle selbst informiert war.
Konzert
Dr. v. Webern
„Die Zahlungsrückstände
Greissles sind zum Teil schon
in Ordnung gebracht.“ (Anton Webern an Arnold Schönberg, 29. Jänner
1929; ASCC 21938).
Reinschriften
Reinschrift. Stichvorlage
für den Originaldruck (ASGA B 18/2, Quelle C); Reinschrift und Stichvorlage
(ASGA B 18/2, Quelle H).
beiden letzten Chöre
Arnold Schönberg, Vier Stücke für gemischten
Chor op. 27: Der Wunsch des Liebhabers op. 27/4; Drei Satiren für gemischten Chor op.
28: Der neue Klassizismus op. 28/3.
vorletzte Form
Zu den ungedruckten
Vorstufen vgl. Bungardt et
al. 2011, S. 405.
Sehr geehrter Herr Direktor,
Ich schreibe Ihnen im Auftrage meines Mannes, der mit Arbeit sehr überbürdet ist und da die Angelegenheit1
sehr eilt, Sie, verehrter Herr Direktor, bittet diese Form zu entschuldigen.
Sein Schwiegersohn Felix Greissle hatte vor
einigen Tagen ein Konzert2 das durch viel Missgeschick und vielleicht auch durch ein bischen
Leichtsinn und Leichtgläubigkeit seinerseits, ein Defizit aufweist, das, da er noch überdies in grossen Schulden steckt, unmöglich von
ihm beglichen werden kann. Mein Mann
möchte Sie nun vielmals bitten, an seiner statt mit Greissle und vor allem mit Kugel (der allem Anschein Greissle mit leeren Versprechungen hineingelegt hat) zu sprechen und den dann von Ihnen
als richtig befundenen Betrag von seinem Konto zu begleichen.
Ausserdem wird Dr. v. Webern3 sich bei der Universaledition zur
Tilgung der anderen Schulden einen Betrag von ungefähr S. 1700.-
abholen. Ich bitte Sie, verehrter Herr Direktor, diese beiden Zahlungen (die den Betrag von 3000 S. aber
nicht übersteigen dürfen) zu bewilligen, mein Mann überlässt Ihnen die Art
der Verrechnung vollkommen.
Verzeihen Sie, dass wir dadurch Ihre Zeit in Anspruch nehmen, aber seien Sie
versichert, dass Sie uns mit diesem Dienst einer grossen Sorge entheben und
wir Ruhe schon sehr nötig hätten.
Lieber Herr Direktor, bitte nach der
Auszahlung von Greissle auch eine schriftliche Erklärung die ich über
monatliche Zalungen an ihn abgegeben habe, zurückzufordern und sie mir
einzuschicken. Denn diese Zalungen stelle ich für
die nächste Zeit ein. Es entfallen also die Auszalungen Ihrerseits,
die wir zuletzt verabredet hatten. Herzliche Grüße Ihr
Arnold Schönberg
Bitte um Diskretion!
Angelegenheit
Aus Gertrude Greissle an Arnold
Schönberg, 12. Jänner 1926 (ASCC
10905), geht hervor, dass Emil
Hertzka bereits durch Felix
Greissle selbst informiert war.
Konzert
Dr. v. Webern
„Die Zahlungsrückstände
Greissles sind zum Teil schon
in Ordnung gebracht.“ (Anton Webern an Arnold Schönberg, 29. Jänner
1929; ASCC 21938).
Reinschriften
Reinschrift. Stichvorlage
für den Originaldruck (ASGA B 18/2, Quelle C); Reinschrift und Stichvorlage
(ASGA B 18/2, Quelle H).
beiden letzten Chöre
Arnold Schönberg, Vier Stücke für gemischten
Chor op. 27: Der Wunsch des Liebhabers op. 27/4; Drei Satiren für gemischten Chor op.
28: Der neue Klassizismus op. 28/3.
vorletzte Form
Zu den ungedruckten
Vorstufen vgl. Bungardt et
al. 2011, S. 405.
Zitierhinweis:
Gertrud und Arnold Schönberg an Universal-Edition, 22. Jänner 1926, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.7160.